Veröffentlicht in Heimat

Die Sache mit dem Feuer

Es staubt. Macht Dreck. Und ich bin ein Idiot. Dachte ich zu Beginn. Manchmal immer noch mal zwischendurch.

Das Haus auf dem Land, unsere Landliebe. Endlich entkernt, Wände raus gerissen, hier werden wir ein sonniges, helles Wohnzimmer haben, mit den alten Dielenbrettern und zwei Schornsteine gibt es auch.  Hell und heiter soll es werden, Grün, viel helles Grün und dazu zwei weiße Couchen, einander gegenüber stehend.

Leben auf dem Land, endlich! Mit einem wärmenden Kaminfeuer in einem freundlich hellen Wohnzimmer, duftende Kakaotassen auf dem Tisch, neben selbst gebackenen Plätzchen und Kerzenschimmer.

Zuerst kam mein erstes Weihnachtsgeschenk: Ein Kaminofen, hurra! Auf dass es warm werde in der bald guten Stube! Es wurde gespachtelt, gemalt und lackiert, Kleinanzeigen studiert und unsere Wunschcouchen gebraucht als Schnäppchen geschossen, auch der dazu passende Tisch, was für eine Wonne!

Weiße Couchen, mit einem dezent grünen Streifen umringen nun den Kaminofen. Ich sage nur weiß und Ofen…

Mittlerweile bin ich immer noch begeistert, vom lodernden Kaminfeuer, von den bequemen Couchen. Tagtäglich schleppen wir schwere Körbe mit Feuerholz über den weiß-grünen Teppich zum Ofen. Auf Socken, versteht sich. Damit der Modder des Gartens nur im Flur liegen bleibt.

Meistens ist der Ofen auch Aschefrei, bereit, neue Scheite auf zu nehmen. Und kaum züngeln die ersten Flammen, steht einer von uns auf, nach zu legen. Die ersten Jahre unter Stöhnen und Fluchen, verdammter Ascheflug! Automatischem als auch vorsichtigem Klopfen der  nächst stehenden Couch, in der Hoffnung, der Ascheregen würde sich nicht nur empor bewegen, nein, sich auch schlicht auflösen.

Licht und heiter ist das Wohnzimmer immer noch. Dank des Kaminfeuers auch kuschelig warm und gemütlich. Die Couchen sind geziert von grau-schwarzen Pfotenabdrücken, einem Kakaofleck und einer jeweiligen Sitzkuhle des Besitzers.

Es wird sich nicht mehr aufgeregt, okay, nur noch selten.  Bei geübt vorsichtiger Öffnung der Ofentür gibt es nur noch kleine Ascheregen, die kaum mehr auffallen, zumal die weißen Couchen meist mit den schlafenden Katern belegt sind, die nicht gestört werden wollen.

Weiße Couchen? Wollte ich. Kaminfeuer? Immer! Dreck hin oder her. Sieht man im Halbdunkel sowieso nicht. Nur die Aussicht auf einen sonnigen Frühling macht mir ein bisschen Sorgen. Manchmal.

MV 01/19

Autor:

Lange unterwegs gewesen und endlich angekommen.

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